UNESCO Programm

Aus Theorie wird Praxis

Das Aktionsprogramm der Vereinten Nationen Agenda 21 wurde von 178 Staaten auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro 1992 beschlossen und setzt Leitlinien für die Bildung des 21. Jahrhundert fest. Nach der Rio Konferenz wurde eine hochrangige internationale Forschergruppe beauftragt, herauszufinden, wie Schule gestaltet werden muss, damit die Transformation gelingt. 1997 präsentierte sie ihre Ergebnisse in dem Buch “Lernfähigkeit unser verborgener Reichtum”. Es wurde von der UNESCO als Programm zur Bildung für das 21. Jahrhundert herausgegeben.

Bildung soll die Saat eines neuen Humanismus werden und das in herkömmlichen Schulen nicht entwickelte Herz-Potential in den Mittelpunkt stellen. Empfehlung ist die schulische Bildung auf vier gleichwertig wichtigen Säulen auszurichten:

  1. Lernen, Wissen zu erwerben: Erwerb von Wissen, Verständnis und kritischem Denken.
  2. Lernen, zu handeln: Erwerb praktischer Fähigkeiten und beruflicher Kompetenzen.
  3. Lernen, zusammenzuleben: Entwicklung sozialer Kompetenzen, Verständnis für andere, Toleranz und Frieden.
  4. Lernen, zu sein: Persönlichkeitsentwicklung, Selbstbestimmung und Verantwortungsbewusstsein.

Dieses Programm wurde Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) genannt. Heute heißt das Programm „BNE 2030 – Transformative Bildung“ und ist für alle Schulen verpflichtend. Die Agenda 21 wurde 2015 programmatisch abgelöst durch die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN, die Sustainable Development Goals (SDGs) . 

Innerhalb von 15 Jahren sollen insgesamt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung verwirklicht werden. Die Ziele sind konkret und verständlich: Kein Hunger lautet eines, Keine Armut ein anderes. Geschlechtergleichheit und Klimaschutz stehen genauso auf der Agenda wie Ziel Nr.4: Hochwertige Bildung (Quality Education) und Nachhaltige Städte und Gemeinden.

Umsetzung

Praxis Fromate

Margret Rasfeld studierte schon als junge Lehrerin ganz genau, was bildungspolitisch mit der Agenda 21 beschlossen wurde. Die Theorie war mutmachend. Entsprechende Praxis-Formate gab es kaum. Sie mussten entwickelt werden. Dem widmete sich Margret konsequent über Jahrzehnte. 

In ihrer AGENDA-Schule in Essen Holsterhausen, die Margret 10 Jahre leitete, wurden neue Lernformate entwickelt: der wöchentliche Projekttag zum Handeln in der Kommune, die wöchentliche Schulversammlung, das Einladen von Menschen mit Botschaften, die Auszeichnung für Zivilcourage, die ökologische Gestaltung von Gebäude und Campus.

Die Kinder waren eingebunden in die Leitbildentwicklung der Stadt Essen und in viele städtische Arbeitsgruppen und haben als AGENDA-Botschafter:innen viele Menschen inspiriert. 1999 erfanden zwölfjährige Schüler:innen das Schulfach Verantwortung, das inzwischen hunderte Schulen inspiriert hat. Das Magazin Brand eins konstatierte 2004: Das geht!

Mut steckt an

Im Jahr 2007 wurde Margret als Schulleiterin an die neu gegründete Evangelische Schule Berlin Zentrum (ESBZ) geholt. Diese Schule wurde zur Pilgerstätte für praxistaugliches neues Lernen. Hier wurden die 4 Säulen der UNESCO vom Papier in die Praxis überführt. 2012 wurde dann von Margret Rasfeld, Gerald Hüther und Stephan Breidenbach die UNESCO zertifizierte Initiative Schule im Aufbruch gegründet. Schule im Aufbruch bildet Transformations-Begleiter:innen für den Wandel der Schulen aus und schafft Netzwerke zur Einführung des FREIDAY. Mit dem FREIDAY können Schulen langsam in eine neue Haltung und Praxis an ihrer Schule hineinwachsen. Selbstwirksames Handeln von Pädagog:innen und Schüler:innen und die Kraft der Gemeinschaft zu entfalten, das sind zentrale Elemente der neuen Pädagogik, die in Herzfeld beschrieben ist.